Die Völkerwanderungszeit

Als Völkerwanderungszeit wird im Allgemeinen der Zeitraum vom Ende der Spätantike bis zum Beginn des Frühmittelalters bezeichnet. Grob lässt sich die Völkerwanderung auf die Zeit 375 n.Chr. (Einfall der Hunnen nach Ostmitteleuropa) bis 568 n. Chr. (Einfall der Langobarden in Norditalien) datieren, wobei die zeitlichen Grenzen fließend sind.

Mit dem Einfall der Hunnen werden Bevölkerungsstämme nach Süd- und Westeuropa verdrängt. Fast zeitgleich wurden vertragliche Regelungen zwischen der römischen Reichsregierung und den Westgoten vereinbart, was die Ansiedlung der Goten auf römischem Gebiet zur Folge hatte. Auch andere germanische Stämme, wie Franken und Alamannen, wurden nach und nach zu sogenannten Foederatii des römischen Reiches. Germanische Krieger treten in den römischen Militärdienst ein und es besteht ein reger Handel zwischen römischer und germanischer Bevölkerung. Um 480 bricht das Weströmische Reich zusammen, während das Oströmische Reich weiterhin bestehen bleibt. In den ehemaligen Gebieten des Weströmischen Reiches bilden sich romanisch-germanische Reiche.

Da es keine festen Stammes- oder Völkergruppen gab, kann man auch nicht von der Wanderung ganzer Völker sprechen. Zwar begaben sich tatsächlich große Gruppen auf Wanderschaft, diese waren jedoch heterogen gemischt, also aus sehr unterschiedlichen "Stammesgruppen" zusammengesetzt. Die Völkerwanderungszeit ist daher von einer Vermischung der unterschiedlichsten Kulturen geprägt, bedingt durch Wanderbewegungen, aber auch durch ausgeprägte Handelstätigkeit zwischen reiternomadischen (Hunnen, Alanen), germanischen (Franken, Alamannen) und römischen Verbänden.

Sowohl in den Tracht- als auch in den Alltagsgegenständen und der Bewaffnung der gemanischen Völker äußert sich das Gemisch der Kulturen deutlich. Die polychrome Fibeltracht des 5. Jahrhunderts mit zum Teil sehr prunkvollen Einlagen aus Almandin hat ihre Vorbilder in den Bügelfibeln der Schwarzmeerküste. Schilddornschnallen der männlichen Gürtelgarnitur haben hunnische Vorbilder und nicht zuletzt finden sich in germanischen Männergräbern römische Militärgürtel.

Auch religionsgeschichtlich ist die Völkerwanderungszeit eine Zeit der Vermischung. 381 wird das Christentum römische Staatsreligion, 391 werden in Rom heidnische Kulte verboten. 497 läßt sich der Frankenkönig Chlodwig taufen. Trotzdem dauerte es bis zur "endgültigen" offiziellen Christianisierung der germanischen Bevölkerung mehrere Jahrhunderte. So finden sich in Gräbern der Völkerwanderungszeit sowohl christliche Symbole (Kreuz- oder Fischmotive) als auch heidnische Amulettgegenstände (Donarkeulen, Cypraeamuscheln).

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02-04-2014

Raus aus dem Winterschlaf !!!

2014 haben wir uns einiges vorgenommen. Neben den bestätigten Events werden wir an diversen Workshops teilnehmen und einige andere Aktionen mitmachen. Bilder und Berichte von diesen wird es dann natürlich immer zeitnah auf unserer Facebook-Seite geben.

06-03-2014

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